Wandert man mit offenen Augen durch die Straßen Kölns, fallen einem hier und da Beschriftungen von Ladenlokalen, Firmenschilder oder Hinweisen auf, die teilweise aus der Zeit gefallen zu sein scheinen. Manche sind verblasst und unvollständig, einige werden liebevoll instand gehalten. Wir haben uns auf einen typografischen Spaziergang durch Köln gemacht und ein paar dieser Schriftzüge fotografiert. Sie verstecken sich nicht selten in den Nebenstraßen und sind der Modernisierung noch nicht zum Opfer gefallen, obwohl die Geschäfte, Werkstätten und Fabriken, für die sie einmal standen, schon lange nicht mehr existieren.

Das älteste Beispiel stammt noch aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg (Enyeloppen Thor), einige scheinen aus den 20er bis 30er Jahren zu stammen (Bruno Wolkenaer, Lebensmittel Gilles). Viele, vor allem die geschwungenen Neonreklamen sind Beispiele für den Stil der 50er Jahre (San Remo, Sartory). Und einige, wie z.B. PESCH oder päff, sind Zeugen der 70er Jahre - des letzten Jahrhunderts.

© Olivia Ockenfels, Detlef Kleinert, Julius Kleinert und Sabine Volmert

Hunderte Orangenpapierchen - gesammelt von Olivia Ockenfels

"Als visuellem Menschen sind mir schon vor vielen Jahren die Orangenpapiere ins Auge gefallen – die dünnen, mit bunten, oft grafischen Motiven bedrucktes Papierchen, in die Orangen und auch Zitronen eingewickelt waren – und daraus hat sich mit der Zeit eine Sammlung von über 150 verschiedenen, zart zerknitterten Blättern entwickelt".


Olivia Ockenfels sammelt seit Mitte der 1980er Jahre Organgenpapiere, auf Märkten, in Läden und auch bei Reisen. Obwohl es immer um die selben Früchte geht, sind die Themen und Namen auf den Papieren sehr vielfältig - von Malern wie Goya und Rembrandt über Philosophen, Planeten und Flugzeuge, Herzen, Blüten, Namen wie Gisela, Mary und Leila, Pferde, Papageien, Kobras bis zu geometrischen Mustern ist alles vorhanden.

Für 2019 hat sie einen Wand-Kalender mit einer Auswahl der originellsten Orangenpapierchen ihrer Sammlung gestaltet und herausgegeben.

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