Das Internet braucht Strom. So simpel das klingen mag, direkte Konsequenzen aus dieser offensichtlichen Tatsache gehen oft nicht über die Nutzung von Ökostrom beim Webhosting hinaus. Aber es gibt weitere Ansätze für energieeffiziente Websites. Und reduziert man zum Beispiel die Ladezeiten, hat das gleichzeitig einen positiven Einfluss auf das Suchmaschinenranking.

Um das Maß an täglichem Datenvolumen ressourcenschonend zu minimieren ist außerdem eine gute Usability notwendig, die Websitebesucher schneller zum Ziel führt und das Laden überflüssiger Seiten verhindert. Eine gute inhaltliche Struktur, die mit Blick auf die konkreten Anforderungen der jeweiligen Zielgruppe entwickelt wurde, ist dabei das Mittel der Wahl.

Und auch das aus der analogen Welt bekannte Prinzip Reduce – Reuse – Recycle findet im nachhaltigen Webdesign Anwendung. Dabei werden Informationen auf das Wesentliche reduziert, ein modularer Aufbau sorgt für mehrfach verwendbare Elemente und bereits vorhandenes Material wird an anderer Stelle neu genutzt.

Erneuerbare Energie und Effizienz im Webdesign

"Allein die Internet- und Computernutzung in Deutschland verursacht so viel CO2-Emissionen wie ganz Kroatien." Das ergaben Studien des Freiburger Öko-Insituts und des Bundesumweltministeriums. (Quelle: jetzt.de).

website carbon testEbenso wie im Flugverkehr, beim Konsum oder in der Landwirtschaft müssen neue Ideen für einen effizienteren Umgang mit Ressourcen her. Energieeffizente Webdesigns liegen also voll im Trend und werden in den nächsten Jahren mehr und mehr zum Standard. Wie ressourcenschonend die eigene Website jetzt schon ist und wo es Optimierungspotenzial gibt, kann man hier testen: websitecarbon.com

greenwebfoundation hostingÜbrigens: Man muss nicht das gesamte Design einer Website umbauen, um den CO2-Verbrauch zu reduzieren. Oft reichen kleine Maßnahmen, um Ladezeiten zu verringern. Die Auswahl eines Webhosters, der effiziente Rechenzentren mit 100% Erneuerbarer Energie betreibt, ist allerdings eine Grundvoraussetzung.

Hier eine Liste zertifizierter Green Webhosts

 

Ladezeiten, Ladezeiten, Ladezeiten ...

Bestandener Speedtest odecologne grafik + webdesignBestandener Speedtest auf
PageSpeed Insights von google
In einem Forenbeitrag wurde neulich auf die Frage, was denn die wichtigsten Ranking-Faktoren einer Website seien mit "1. Ladezeit, 2. Ladezeit und 3. Ladezeit" geantwortet. Auch wenn andere Faktoren wie Content und Struktur entscheidenden Einfluss auf Suchmaschinenranking haben, wird die Ladezeit zunehmend wichtig - und das nicht ohne Grund. Niemand möchte lange auf die vollständige Darstellung von Inhalten und Bildern warten. Die Website der Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt.

Kurze Ladezeiten erreichen wir unter anderem durch Reduzierung und Komprimierung von eingebetteten Skript-Dateien. Optimierte Bilder, die im richtigen Dateiformat und in der genau passenden Dimension auf dem Server abgelegt und je nach Monitor-Größe ausgespielt werden tragen ebenfalls dazu bei.

Getestet werden können Ladezeiten unter anderem auf der Seite PageSpeed Insights

Selbstdarstellung oder User first

Viele Unternehmenswebsites dienen als Aushängeschilder, die mit überdimensionierten Imagevideos oder einer ganzen Reihe von Wechselbildern (Slider) auf der Startseite beeindrucken wollen. Der Informationsgehalt dieser Elemente hält sich jedoch in Grenzen. Intern genutzte und geläufige Fachbegriffe im Content, sind als Schmaschinen-Keywords und in der direkten Kommunikation mit Kunden wenig hilfreich. Die Bedürfnisse der Nutzer werden bei der Konzeption oft vernachlässigt. 

Websites müssen für Nutzer und nicht für Unternehmen entwickelt werden. Geht man vom User aus, zählen Kriterien wie kurze Ladezeiten, schnelle Zielfindung, gutes Responsive Design, einfaches Handling und ansprechendes Layout. User Experience-Ansätze helfen bei der Konzeption nutzerfreundlicher Angebote im Netz. Mit Hilfe von Analysetools lässt sich sehr einfach feststellen, welche Informationen am häufigsten aufgerufen werden. Diese Inhalte sollten dann direkt auf der Startseite abrufbar sein. Ein einfaches Beispiel sind Telefonnummer und E-Mail-Adresse, nach denen man nicht selten suchen muss und erst im Impressum fündig wird. Kontaktseiten bestehen manchmal nur aus einem Formular ohne weiter Infos.

Reduce Reuse Recycle

Viele in die Jahre gekommene Websites sehen aus wie ein lange nicht aufgeräumter Schrank. Wer soll sich darin zurechtfinden? Ausmisten hilft auch hier. Was muss gelöscht werden, was kann ich an anderer Stelle noch gebrauchen und welche Elemente lassen sich neu zusammensetzen und wiederverwenden?

Vermeiden wir also Datenmüll, und zwar indem wir die Anzahl der Elemente reduzieren, Code mehrfach verwenden und durch einen modularen Aufbau Redundanzen vermeiden.

Hier ein Beispiel für die Reduzierung von Elementen: Müssen unbedingt mehrere unterschiedliche Schriftarten das Layout bereichern oder reicht eine Typo aus? Denn jede neue Schrift und jeder weitere Schriftschnitt wie fett oder kursiv verursacht zusäzliche Serverlast. Eine Lösung sind variable Schriften, die über Parameter in Strichstärke, Neigung, Laufweite, optische Größe etc. verändert werden können, ohne dass für jede dieser Varianten eine weitere Schrift-Datei eingebettet werden muss. Eine einzige Datei reicht aus. Das Layout kann trotzdem sehr flexibel gestaltet werden und die Ladezeiten bleiben gering.

Fazit

Nachhaltige Websites sind also schlanke Webistes mit kurzen Ladezeiten, auf denen sich die User schnell zurecht finden. Auf Elemente ohne Informationsgehalt können sie verzichten, die Inhalte sind aktuell und Datenmüll wird regelmäßig entfernt. Wen wunderte es, dass genau diese Kriterien gleichzeitig maßgeblich für ein gutes Suchmaschinenranking sind.